Anmelden / Registrieren

Aktuelles

Der erste bundesweite Warntag deckte viele Probleme auf: Meldungen kamen viel zu spät oder gar nicht an, und auch akustische Signale waren vielerorts nicht zu hören. Fazit: Viele Bürger wurden von den Warnungen schlichtweg nicht (oder zumindest nicht rechtzeitig) erreicht. Ein Glück, dass es sich nur um eine Probe gehandelt hat! Doch nicht nur das BBK kann jetzt aus diesem Fehlschlag lernen und gezielt Korrekturen vornehmen.


Auch Ihre Organisation kann wichtige Erkenntnisse aus dieser Erfahrung ziehen

Zwei zentrale Aspekte scheinen maßgeblich für die Panne verantwortlich gewesen zu sein: 

  1. Überlastung der Kanäle durch eine "nicht vorgesehene zeitgleiche Auslösung einer Vielzahl von Warnmeldungen" (BBK über Twitter)
  2. Vielfacher Abbau von Sirenen in den vergangenen Jahren und damit nicht mehr flächendeckende akustische Warnmöglichkeiten
Warntag


Lösungsansätze

1) Alarme planen, staffeln und priorisieren

Erste Analysen ergaben, dass die Versendung der Warnmeldungen zwischen Bundes- und Regionalebene nicht gut koordiniert war. Das führte dazu, dass sich die über dieselben Kanäle verschickten Warnungen gegenseitig behinderten und schließlich das System teilweise lahmlegten. Ähnliche Erfahrungen gibt es auch in kleinerem Umfang immer dann, wenn Alarmierungen nicht klug geplant werden. 

Bei jedem Alarmierungsplan muss genau überlegt werden, wer in welcher Reihenfolge informiert werden muss und wie viele Meldungen gleichzeitig abgearbeitet werden können. Wenn Alarmablaufpläne technisch umgesetzt, also automatisiert werden, müssen diese festgelegten Parameter im System eingerichtet werden, z. B.

  • Priorisierungsstufen
  • bereitgestellte Kanäle
  • Unterbrechungsmechanismen, die niederpriore Prozesse stoppen, um Kanäle für wichtigere Informationen freizugeben
  • usw.

Ist das Konzept gut durchdacht und das System richtig eingerichtet, können dann sogar sehr komplexe Alarmszenarien über einen simplen Tastendruck ausgelöst werden und dabei völlig koordiniert ablaufen. Für solche Szenarien gibt es spezialisierte Systeme, sogenannte Alarmserver, die die entsprechenden Einrichtungsmöglichkeiten und Parameter bereitstellen.

2) Warnungsmedien redundant nutzen:

Wie sich zeigte, haben die Sirenen zuverlässiger und pünktlicher alarmiert als die Apps. Sirenen können generell als zuverlässiges Warnmittel angesehen werden: Der Heulton warnt Menschen auch dann, wenn Fernseher, Radio und Handy ausgestellt sind (zum Beispiel nachts). Doch sie haben ihre Grenzen bei der Aussagekraft. Die Sirene macht zwar auf Gefahren aufmerksam, liefert aber keine oder kaum Information über die Art der Gefahr. Wird die akustische Warnung von einer text-basierten oder sprachlichen Meldung unterstützt, so ergibt das ein rundes, zuverlässiges und informatives Gesamtpaket.

Das sehen auch viele Bürger so, wie man den Reaktionen auf den BBK-Tweet zum misslungenen Warntag entnehmen konnte. "Einfach alles nutzen, was man zur Warnung nutzen kann. Lieber werde ich durch NINA, Cell-Broadcasting, Sirene, Radio usw. gewarnt als nur durch eine," twittert z. B. ein Teilnehmer. Viele schließen sich dem an und halten eine App nicht für eine geeignete Warnbasis – sei es, weil sie Apps im Ernstfall nicht für zuverlässig halten oder weil eben nicht jeder im Besitz eines Smartphones ist. Vielmehr wird die App als Zusatz zum eigentlichen Warnmedium gesehen. 

Redundanz hat aber nicht nur einen ergänzenden Nutzen, sondern bietet auch Sicherheit durch Rückfallebenen. So können viele akustische Signalgeber noch immer auch dezentral von Hand oder mit Generatoren betrieben werden, also auch dann, wenn sonst gar nichts mehr geht. Die Tatsache, dass sie häufig noch aus einer anderen technischen Zeit stammen, kann hier sogar positiv genutzt werden.

Nicht überall mögen Sirenen jedoch von Vorteil sein. Gerade in dicht besiedelten Gegenden kann die örtliche Relevanz der Signale oft nicht eindeutig genug zugeordnet werden. Daher sollten auch weitere effiziente (und hier und da auch geräuschärmere) Formen in ein gutes Alarmierungskonzept einbezogen werden. Hier bietet sich in vielen Fällen z. B. auch die Alarmierung per Telefon an. Auch klassisches telefonisches Läuten erregt die gewünschte Aufmerksamkeit in jeder Lebenslage und zu jeder Tages- und Nachtzeit. Bei Anrufannahme gespielte Ansagen oder auch Texte, die im Telefondisplay erscheinen, ergänzen das Warnkonzept per Telefon. Und sogar ältere Modelle können in ein solches Konzept problemlos integriert werden und damit sicherstellen, dass wirklich jeder erreicht wird.

Beispiele:

Sirene + App-Meldung oder Cell Broadcast
Sirene + Radiomeldung oder Lautsprecherfahrzeug


aber z. B, auch:

Telefonläuten + Displayanzeige
Telefonläuten + Sprachansage


So nutzen Sie die Warntag-Erfahrung für sich

BBK-Präsident Christoph Unger erklärt, dass die Deutschen mit dem Thema Alarmierung bisher nicht besonders vertraut seien und sieht darin Risiken. Das Ziel sei vor allem auch, dass man über das Thema nachdenke. Nutzen Sie die aktuelle Thematik, um die Alarmketten und -prozesse in Ihrer Organisation bzw. in Ihrem Unternehmen zu prüfen:

  • Sind unsere Alarmabläufe ausreichend definiert und noch aktuell?
  • Welche Möglichkeiten haben wir, Alarmabläufe zu automatisieren, um stressbedingte Fehler zu vermeiden?
  • Haben wir ausreichend Kanäle, um jeden rechtzeitig zu erreichen?
  • Gibt es Alarmketten, Reihenfolgen oder Priorisierungen, damit die Meldungen geordnet an alle gehen und Leitungsüberlastungen vermieden werden?
  • Kann unser derzeitiges System solche Abläufe überhaupt abbilden?
  • Welche Alarmierungsmedien wollen wir nutzen (Textmitteilungen, Telefonie, akustische Signalgeber, Displays, E-Mails, Smartphone-Apps,...)?


Ihr DAKS-Berater kann helfen

Lassen Sie sich von einem unserer zertifizierten DAKS-Partner beraten, um Antworten auf die oben genannten Fragen zu finden und die richtigen Lösungen für Ihre Organisation zu erarbeiten. DAKS automatisiert Ihre Abläufe nach individuellen Vorgaben, integriert die unterschiedlichsten Systeme und Medien und arbeitet dabei absolut zuverlässig und datensicher.

 Mehr zur DAKS-Alarmierung 

 DAKS-Partner finden 



Mitglied- und Partnerschaften