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DAKS®-Blog

Strategien zur Risikominderung im Krankenhausumfeld

Veröffentlicht am 1. September 2026

Alarmierung im Krankenhaus verantwortungsbewusst und richtlinienkonform umsetzen

Als kritische Infrastrukturen gelten für Krankenhäuser besondere Sicherheitsstandards, die in der NIS-2-Richtlinie sowie den Krankenhaus-spezifischen Sicherheitsstandards und B3S 1.3 unter Berücksichtigung aktueller Bedrohungsszenarien und Technologien beschrieben werden.

Die Richtlinien enthalten Vorgaben für das Risikomanagement und zur Sicherstellung der kritischen Dienstleistungen, bleiben dabei jedoch relativ technologieneutral und lassen durchaus verschiedene Architekturen zu, solange Verfügbarkeit und Resilienz gewährleistet sind. Bei der Umsetzung resilienter und langfristig belastbarer Alarmierungskonzepte liegt es daher in der Verantwortung des Unternehmens, geeignete Technologien zu identifizieren und anzuwenden. Als zentrale strategische Ansätze sollten dabei die Prinzipien Autarkie, Redundanz, Diversifikation und Übung berücksichtigt werden.

Autarkie

Öffentliche Versorgungsinfrastrukturen sind inzwischen ein sehr beliebtes Angriffsziel – sowohl durch Cyberangriffe als auch durch physische Sabotage. Neben dem Stromnetz betrifft dies vor allem auch die Telekommunikationsinfrastruktur. Die Gefahr von Netz-Ausfällen ist entsprechend hoch und wird von den Behörden als weiter steigend bewertet.

Eine effektive Maßnahme ist die Bereitstellung autarker Systeme, die die wesentliche Kommunikation auch bei Ausfällen öffentlicher Netze aufrechterhalten können. Als autarke Auffangnetze eignen sich in besonderer Weise Alarmkommunikationssysteme. Sie können beispielsweise ein eigenes zentrales Kommunikationsnetz für verschiedene Standorte bereitstellen oder die Kommunikation lokal mithilfe einer Serverhardware weiterbetreiben.

Eigene Kommunikationsinfrastruktur

Im Alarmkommunikationssystem sind bereits die benötigten Akteure / Verantwortungsträger sowie unterschiedliche technische Systeme integriert. Damit sind alle wichtigen Kommunikationskanäle und -bedarfe funktionsbereit, z.B. für die Einberufung von Krisenstabs- und Notfallkonferenzen sowie für Rundrufe und gezielte Alarme an qualifizierte Personen. Die eigene, vom Netz unabhängig betreibbare Kommunikationsinfrastruktur stellt somit die Handlungsfähigkeit des Unternehmens auch in der Krise sicher.

Redundanz

Der zweite Baustein zur Sicherstellung der Betriebskontinuität sind redundante Systemkonzepte. Bei Angriff oder Funktionsausfall des einen Systems können wichtige Prozesse über das identische zweite, also redundante System weitergeführt werden. Wichtig für die Betriebskontinuität ist, dass alle Komponenten und Erweiterungen des eingesetzten Systems von Vornherein auf die Redundanz vorbereitet und in das Redundanzkonzept integriert sind.

Für das Alarmkommunikationssystem kommen – je nach Bedarf und Vorgaben des Krankenhauses – verschiedene Redundanzkonzepte zum Einsatz, z.B. eine Hot-Standby-Konfiguration oder der aktive Parallelbetrieb der redundanten Server.

Schematische Darstellung von Redundanzoptionen mit DAKS: Active-Active, Hot-Standby und Hot-Standby geosepariert

Geoseparierte Standorte

Anbieter Cloud-basierter Lösungen argumentieren gerne, lokale Alarmserver seien durch ihre Ortsgebundenheit von Strom- bzw. Infrastrukturausfällen oder Angriffen mitbetroffen, weshalb rein lokale Redundanz-Systeme nicht ausreichen würden. Dies trifft jedoch insbesondere dann nicht zu, wenn das Redundanzsystem an einem anderen Standort installiert ist. Diese georedundante Strategie ist nicht nur generell empfehlenswert, sie wird auch vom Großteil der kritischen Infrastrukturen bereits umgesetzt.

Diversifikation

Wenn unterschiedliche Technologien zur Verfügung stehen, warum sie nicht bewusst zusammen einsetzen und daraus Vorteile für die Resilienz generieren? Dieser Ansatz der Risikodiversifizierung kann im Alarmierungskonzept auf verschiedenen Ebenen die Widerstandskraft der Organisation erhöhen: 

Alarmierungssysteme heute: On Premise – Cloud – Hybrid

"Man soll nicht alles auf eine Karte setzen" – eine Mahnung, die in vielerlei Hinsicht Gültigkeit hat, erst recht, wenn es um die Sicherheit geht. In Bezug auf die Umsetzung eines resilienten Alarmierungskonzepts bedeutet das, dass der Einsatz unterschiedlicher Technologien Risiken vermindern kann. Demnach sind sowohl rein lokale, als auch ausschließlich Cloud-basierte Lösungen potentiell anfälliger.

Nicht unerwähnt bleiben darf hier auch, dass das Anfälligkeitsrisiko bei Cloud-Systemen höher liegt, als bei lokal installierten Systemen. Cloud-Ausfälle kommen immer wieder vor und machen auch vor großen Namen nicht Halt, wie jüngste Beispiele von AWS, Microsoft und Cloudflare belegen. Auch sind Cloud-Anbieter ein attraktiveres Ziel für potentielle Angreifer als beispielsweise ein lokales Krankenhaussystem. 

Eine geeignete Strategie stellt daher die Kombination aus lokal installierten und virtuell verfügbaren Alarmierungslösungen dar. Anbieter, die solche multiplen Betriebsmodelle von Haus aus ermöglichen, bieten Unternehmen entsprechende Vorteile bei der einfachen und effektiven Umsetzung einer widerstandsfähigen Alarmierungs-Infrastruktur.

Kommunikationsinfrastruktur: Integrationskompetenz ist gefragt

B3S 1.3, Abschnitt 3.2.2.2 fordert die Aufnahme verschiedener Systeme in die Risikobetrachtung, u.a. Rufanlagen, Telefonie-Endgeräte diverser Technologiestandards oder Sprechanlagen. Auch hier sind solche Alarmierungssysteme besonders geeignet, die in der Lage sind, die unterschiedlichen Technologien einer Kommunikations-Infrastruktur zu integrieren. Eine derartige Integrationskompetenz erhöht die Resilienz dadurch, dass sie bei Ausfall einzelner Technologien nahtlos auf weitere zur Verfügung stehende Systeme zurückgreifen kann und somit kritische Prozesse ungestört bleiben. Können beispielsweise durch einen Angriff auf das örtliche Funksystem keine Mobiltelefone genutzt werden, so kann die Alarmierung dennoch über stationäre Telefone und Lautsprecheranlagen funktionieren.

Eine Person in einem Kapuzenpulli interagiert mit einer digitalen Wolke, die mit Warnsymbolen versehen ist und Cybersicherheitsrisiken symbolisiert.

Übung

Schließlich gehört zu einer erfolgreichen Risikominderungsstrategie die regelmäßige Durchführung von Notfallübungen. Gemäß NIS-2 müssen Notfallpläne für Krisensituationen, wie sie durch Angriffe entstehen können, vorliegen. Doch Pläne allein reichen nicht – diese müssen häufig durchgespielt und geübt werden, um sicherzustellen, dass im tatsächlichen Krisenfall alles wie gewünscht funktioniert. 

Prüfen und Proben

Auch hier bieten Alarmkommunikationssysteme wertvolle Unterstützung, indem sie die erstellten Notfallpläne in automatisierten Prozessen abbilden. Diese Prozesse können für den Übungszweck "auf Knopfdruck" ausgelöst und durchgespielt werden. Regelmäßige Übungen sichern dabei nicht nur reibungslose Abläufe im Krisenfall, sondern auch die Aufdeckung von Prozessfehlern, noch bevor dies zum Problem wird. 

Leider werden bei Cloud-Alarmierungslösungen wichtige Übungen gerne eingespart, weil für jeden Alarm Kosten anfallen. Besitzer von selbst betriebenen Alarmkommunikationssystemen sind hier im Vorteil: Sie können ohne zusätzliche Kosten so häufig üben, wie sie möchten.

Fazit

Verlässlichkeit ist nicht mehr nur ein Feature

B3S 1.3 führt keine Empfehlungen aus, welche der heute existierenden Technologien geeigneter sind. Unter Betrachtung der Risikodiversifizierung wird jedoch klar, dass eine lokale Alarmierungs-Infrastruktur für kritische Dienstleistungen, wie sie bei allen KRITIS-Organisationen und insbesondere in Krankenhäusern vorkommen, nach wie vor unverzichtbar ist. Nur so gelingt im Angriffsfall eine konsequente Abschottung bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung der internen Kommunikation, die doch gerade jetzt unverzichtbar ist, um die Krise zu bewältigen und das Unternehmen funktionsfähig zu halten. Lokale Alarmierungs-Infrastrukturen ermöglichen den Verantwortlichen somit, wirklich resiliente Strukturen gemäß NIS-2 und B3S 1.3 bereitzustellen und bieten darüber hinaus finanzielle und organisatorische Vorteile. 

Der Alarmserver DAKS erfüllt sowohl die NIS-2 als auch die B3S-Anforderungen durch

  • flexible und individuell anpassbare Redundanzkonzepte
  • multiple Betriebsmodelle (On Premise und virtuell) zur Umsetzung einer Risikodiversifizierungs-Strategie
  • Integration verschiedenster Technologien aus der Kommunikations-Infrastruktur
  • Unterstützung von regelmäßigen Notfall-Übungen zur Prüfung und Einübung von Abläufen
  • Ausgereifte Architekturen und robuste Technologie durch 30+ Jahre Markterfahrung
  • Unübertroffene Qualität Made in Germany

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